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Zweiter Weltkrieg

Da wir mit unseren Familienaufstellungen in Deutschland und in Europa arbeiten, werden wir immer wieder mit den Folgen des Zweiter Weltkrieg konfrontiert. Was sich in Aufstellungen schon lange zeigt, wird nun auch (endlich) als Phänomen einer ganzen Generation anerkannt. Nicht nur die, die körperlich versehrt aus dem Krieg kamen, brauchen Unterstützung. „Ich hatte doch alles gut überstanden“ ist einer der Schlüsselsätze aus einem Focus-Beitrag zu diesem Thema aus dem Jahre 2008. „Eigentlich“ ist ja alles in Ordnung, aber die Seele hat ein anderes Erinnern. Hier kann eine Aufstellung mit dem Thema Zweiter Weltkrieg einen kleinen Teil dazu beitragen, anzuerkennen, dass es schlimm war ohne noch einmal in das Trauma von damals einzutauchen. Als Zuschauer seiner eigenen Aufstellung zu erleben, dass man heute „draußen“ bleiben kann.

Zweiter Weltkrieg: Er wirkt immer noch nach

Seien es die Erfahrungen der Vertreibung oder von Verbrechen und Mord, seien es die Erfahrungen der eigenen Macht oder Ohnmacht, sie haben sich im Körper und in der Seele der teilnehmenden Menschen eingebrannt und machen im Kontext Zweiter Weltkrieg entweder ruhe- oder sprachlos. Lassen viele nicht mehr am “realen Leben” teilnehmen, in eine Traumwelt versinken, viele Väter und Mütter sind nicht mehr da, funktionieren nur noch. Wenn dann noch Gefangenschaft, Sonderkommandos usw. dazukommt, kann sich dieses Verhalten potenzieren.

Weitere Faktoren, die im Umfeld Zweiter Weltkrieg auch jetzt noch wirken sind:

  • Es gab viele auf der Flucht zurückgelassene Familienmitglieder, weil diese zu alt, krank oder schwach waren. Es macht dann den heute Lebenden unbewusst Schwierigkeiten, dass Familienmitglieder, die ein Recht hatten, zur Familie dazuzugehören, im Stich gelassen und damit dem sicheren Tod ausgeliefert wurden
  • Viele Enkel von ehemaligen Mitglieder der SS haben massive Schwierigkeiten in der Gegenwart
  • Oftmals wurden auch Mörder in der eigenen Familie entweder von ihren Kindern in den Schutz genommen oder es wurde verschwiegen, welche Funktion zum Beispiel in Partei, Wehrmacht oder Konzentrationslagern eingenommen wurde
    Auch die Handlungen von Richtern, Staatsanwälten, Ärzten oder Psychiatern während der Hitlerdiktatur wurden oft geleugnet.

Die Trauer, die die Enkel dann in Familienaufstellungen erleben, bringt sie in Kontakt mit den schrecklichen Geschehnissen und Erinnerungen und machen so einen Schritt zur Lösung bzw. Er-Leichterung möglich. Ebenfalls belastende Situationen entstanden zum Beispiel auch dadurch, dass Frauen ihre als Soldaten vermissten Männer für tot erklären lassen mussten, um eine neue Ehe eingehen zu können. Belastend für viele war auch die Situation, von einem Familienangehörigen, der in den Krieg zog, nie mehr etwas gehört zu haben. Weil so viele Menschen anderen Menschen schwere seelische Verletzungen zufügen, wollen viele das gar nicht sehen, was sie wirklich tun.

Zweiter Weltkrieg

Ob ein bestimmtes Ereignis eine traumatisierende Wirkung auf einen Menschen ausüben kann, hängt neben dem äußeren Ereignis auch von den Schutzfaktoren ab, die ihm in einer solchen Situation zur Verfügung stehen. Das Lebensalter, die persönlichen Erfahrungen und hoch trainierte, praktische Fertigkeiten können günstige Bedingungen darstellen, welche die Handlungsmöglichkeiten in bedrohlichen Situationen erhalten. Das Gefühl des Kontrollverlustes und der Ohnmacht kann mit Hilfe emotionaler, sozialer, geistiger und praktischer Fähigkeiten so gering wie möglich gehalten werden.

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