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Systemaufstellungen

Erweiterter Blickwinkel auf die eigenen Probleme

Unter einer Systemaufstellung versteht man eine angeleitete Selbsterfahrung, bei der derjenige, der ein sogenanntes Anliegen hat, nach einem Eingangsgespräch mit dem Aufstellungsleiter sein System nach seinen Vorstellungen in den vorhandenen Raum stellt. Diejenigen, die man hier im Raum aufstellt, nennt man auch umgangssprachlich Stellvertreter.

Nach einem einführenden Gespräch mit dem Aufstellungsleiter sucht der Fragesteller diejenigen Menschen aus dem System aus, die man gerne bei der Systemaufstellung ins Bild stellen möchte. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, diese aufzustellen. Bei der „klassischen“ Variante stellt der Aufstellende die einzelnen Stellvertreter aus dem System nach seinem inneren Bild in den Raum und gibt dem Bild eine gewisse Ordnung. Dabei zählt auch nicht, wie es „in der Wirklichkeit“ aussieht, sondern es geht rein um das erlebte und/oder gefühlte Bild des Aufstellenden. Und aus dieser Grundposition heraus entwickelt sich dann die Systemaufstellung weiter und gewinnt immer mehr an Dynamik.

Eine weitere Möglichkeit, eine Systemaufstellung zu beginnen, ist die, den Aufstellenden die Stellvertreter aus dem System nach dem oben genannten Beispiel in den Raum stellen zu lassen. Nach einer kurzen Befragung der Stellvertreter wird diesen dann erlaubt, sich einen anderen Platz zu suchen, sofern ihnen der zugewiesene Platz im Raum nicht gefällt. Dies kann allen Stellvertretern gleichzeitig oder nacheinander erlaubt werden. Wird es allen Stellvertretern gleichzeitig erlaubt, ergibt sich der Nachteil, dass die Wechselwirkungen (Wenn A sich bewegt, dann geht es B…) nicht so klar und deutlich werden. Aus diesem Grund wird oft nur einzelnen Stellvertretern das grüne Licht für eine Bewegung gegeben.

Eine dritte Variante, die Systemaufstellung zu beginnen, ist die, dass der Aufstellende die Stellvertreter aus dem System auswählt, diese kurz berührt und sie so in ihre Rollen einweist. Die Stellvertreter suchen sich dann aber ihren Platz im Raum selbst und sind so lange in Bewegung, bis sie den für sich bestmöglichen Platz gefunden haben. Diese Dynamik kann manchmal schon sehr vielsagend sein und auch für den Aufstellenden so manche Aha-Erlebnisse mit sich bringen. Nämlich dann, wenn sich die Systemaufstellung in eine ganz andere Richtung entwickelt, als man es sich vor seinem inneren Auge vorgestellt hatte.

Eine vierte Variante ist die, mit einer Systemaufstellung nur maximal drei Schritte zu gehen, um die Dynamik zu erfassen, die sich in dem System gerade abzeichnet. Ich nenne das Speedaufstellung. Diese Form der Systemaufstellung läuft maximal 20 Minuten und wir arbeiten dabei ohne großes Vorinterview usw. Wir bestimmen zusammen die Menschen, die wir brauchen, der Aufstellende wählt die Stellvertreter aus dem System aus und die beginnen sich im Raum zu bewegen und zu positionieren. Und je nachdem, wie sie sich bewegen und miteinander interagieren lässt sich schon sehr viel ablesen, um was es denn in dieser Systemaufstellung geht.

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Um was geht es in einer Systemaufstellung überhaupt?

Unter Systemaufstellung verstehe ich ein weiteres Feld als zum Beispiel bei einer Familienaufstellung. Systeme in diesem Sinne können Partnerschaften, Familien, Dorfgemeinschaften, Länder und Staaten sein; aber auch politische Systeme, Organisationssysteme und all das, wo Menschen und Dinge miteinander in Verbindung stehen. Systemaufstellungen eignen sich generell dafür, all das, was ein System jeder Art belastet, in den Raum zu stellen. Das können unter anderem Glaubenssätze, Gefühle, Krankheiten, Befürchtungen, Aufträge, das Immunsystem oder all das sein, was Sie derzeit bewegt und für das Sie gerne eine Erklärung oder gar eine andere, vielleicht veränderte Sichtweise hätten.

Verschiedene Arten der Systemaufstellung

Systemaufstellungen und systemische Strukturaufstellungen nach Sparrer/Kibed können auch einen abstrakteren Charakter annehmen, wenn zum Beispiel ein Glaubenssatz im Raum steht oder man mit einer Tetralemma-Aufstellung eine persönliche Herausforderung von verschiedenen Seiten betrachten möchte. Neben dem Tetralemma gibt es noch Neun- und Zwölffelderaufstellungen, Zielannäherungsaufstellung, Lösungsaufstellung, das lösungsgeometrische Interview, die Problemaufstellung, die Körperstrukturaufstellung, die Glaubenspolaritätenaufstellung, die Syllogische Aufstellung, die Werteaufstellung, die Drehbuchaufstellung und die Metaaufstellung, um die Hauptaufstellungen aus den systemischen Strukturaufstellungen zu benennen.

Es geht dabei oft darum, eine visuelle Darstellung von Gruppierungen zu erlangen, wie sie zum Beispiel ein Konflikt oder eine Ausgrenzung darstellen. Eine Systemaufstellung stellt dabei die gegenseitigen Bezüge dar. Gegenüber der Systemaufstellung hat die systemische Strukturaufstellung die Besonderheiten, dass sich der Aufstellungsleiter als Gastgeber für den Prozess versteht und das Gesehene nicht deutet, dass die Strukturaufstellungen sehr lösungsorientiert im Sinne der lösungsfokussierten Kurztherapie nach de Shazer/Insoo Kim Berg angelegt sind und dass der Aufstellende auch eigene Ideen, Sichtweisen und Fragen während der laufenden systemischen Strukturaufstellung mit einbringen kann.

Aus diesen Systemaufstellungen und systemischen Strukturaufstellungen entwickelten sich dann auch die Organisationsaufstellungen, weil es sehr viele Parallelen gab und auch Organisationen und Unternehmen Systeme darstellen. Eine Systemaufstellung kann im Grunde genommen in ein

unterschieden werden. Der Einfachheit halber belasse ich die systemische Strukturaufstellung unter dem Oberpunkt Systemaufstellung und beleuchte hier nur die Familienaufstellung und Organisationsaufstellung näher.

Die 5 Dankeschöns

Innerhalb der Systemaufstellung gibt es auch noch das Format der “5 Dankeschöns”, das dazu dient, auch wirklich mal Dankeschön zu dem sagt, was einen bis zum jetzigen Zeitpunkt im Leben getragen hat. Diese Vorgehensweise hat zudem den Vorteil, aus einem “problemtalk” heraus schon bei der Fragestellung eine andere Position bezogen wird und vielleicht schon aus diesem Schritt heraus der Weg zu einer Lösung eher offen ist. Auch wenn die Aufstellung der „5 Dankeschöns“ zu den kleinen Formaten der Systemaufstellungen gehört, hat sie doch für jeden Teilnehmer eine sehr berührende und meistens auch beglückende Wirkung. Die Aufstellung der „5 Dankeschöns“ lässt sich auch als eine Art Gruppenritual zum Abschluss eines Tages durchführen und entfaltet dadurch für alle Teilnehmer einer Gruppenaufstellung eine sehr schöne Wirkung.

Finden Sie Ihre ureigene Position!

Gerade vor dem Hintergrund gilt: Durch eine Systemaufstellung kann die eigene Position und Rolle innerhalb des aufgestellten Systems angeschaut und Probleme und/oder Spannungen geklärt werden. Meistens damit, dass die Aufstellenden durch die Systemaufstellung zum einen etwas aus sich heraus in ein Bild stellen und im Sinne einer erweiterten Wahrnehmung mehr Lösungsansätze bekommen. Zum anderen erleben Sie etwas vor Zeugen – falls es eine Gruppenaufstellung ist – live, was sie bisher immer nur selbst oder in einem kleinen Kreis mitbekommen haben. Auch das Feedback von bisher fremden Menschen kann hilfreich dafür sein, die eigene Position zu finden und zu festigen.

Und – das wird oft vergessen: Eine Systemaufstellung beinhaltet auch die Komponente „Probehandeln“. Das heißt, Sie als Aufstellender sind in der Lage, Dinge anders zu tun um dadurch zu schauen, was sich dann insgesamt verändert. Gerade dieses Probehandeln schafft oftmals auch die Sicherheit, das so Erfahrene nach der Aufstellung auch in der Realität zu erproben und umzusetzen. Und genau dieses Probehandeln schaffen sonst nur wenige andere Verfahren, bei denen es um persönliche Änderung und Veränderung geht.

Unbewusste Dynamiken entdecken

Häufig stehen hinter den eigenen persönlichen Schwierigkeiten unbewusste Verbindungen mit der eigenen Herkunft. Oftmals können diese Schwierigkeiten durch Benennen und Sichtbarmachen gelöst werden. Nämlich deshalb, weil wir Dinge, die bisher unbewusst waren nun bewusst haben und damit dann auch bewusst umgehen können. So leitet manchmal schon eine einzige Systemaufstellung einen tiefgreifenden Prozess der persönlichen Veränderung ein. Aber – eine Systemaufstellung ist keine Lösung und erspart Ihnen auch nicht die realen Schritte im tatsächlichen Leben. Systemaufstellungen zeigen nur Tendenzen. Laufen müssen Sie schon selbst. Und eines noch vorneweg: Laufen kann manchmal auch anstrengend sein. Und ohne Anstrengung geht es manchmal auch nicht. Trotz Systemaufstellung.

Fazit: Systemaufstellungen können die Basis eines neuen, zufriedeneren und beschwerdefreieren Lebensweges sein und wirken wie alle Systemaufstellungen in das gesamte System hinein. Egal, ob Sie die Systemaufstellung nun in einer Gruppe gemacht haben oder zusammen mit dem Aufstellungsleiter in Einzelarbeit. Egal, welchen Weg Sie dabei wählen, er wird wirksam für Sie und Ihr System sein.

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