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Fehlleistung

Als Fehlleistung werden jene Äußerungen bezeichnet, die gemeinhin auch als “Versprecher”, “Verhören”, oder “Versehen” bezeichnet werden.

Sigmund Freud stellt diesen Fehlleistungen auch noch das vorübergehende “Vergessen”, “Verlegen” von Gegenständen, vorübergehende “Verlieren” von Dingen wie Fähigkeiten und andere “Irrtümer” sowie eine “Anzahl von ähnlichen Erscheinungen” bei. So soll auch die Bildung der Symbole unserer Träume den gleichen Mechanismen unterliegen, die im Alltag zu Fehlleistungen führe. Den Befunden der Traumdeutung zufolge, könnten sie auch als Richtigleistungen benannt werden.

Fehlleistung – manchmal lustig, meistens vielsagend

Laut Sigmund Freud entstehen diese sog. Fehlleistungen aufgrund unbewusster Beweggründe, einer das Anstandsgefühl störenden Intention z.B.. So gab er das Beispiel an, dass jemand sagte, etwas sei zum “Vorschwein” gekommen, anstatt “Vorschein”. Bei der Nachfrage, warum er das gesagt habe, räumte der Sprecher zögernd ein, dass er die Machenschaften, denen sein “aus Versehen” (scheinbar) misslungener Satz galt, für eine echte Schweinerei hielt. Der Mechanismus übersprang in diesem Fall also die sittliche Zensur, indem er unmissverständlich zum ‘Vorschwein’ brachte, was der Sprecher in Wirklichkeit von den Machenschaften hielt, die er (un)eigentlich rein sachlich hat kritisieren wollen.

Fehlleistung

Laut Sigmund Freud gibt es drei nennenswerte Gruppen, die jeweils unterschiedlich mit den Fehlleistungen umgehen:

  • eine erste Gruppe, die die Fehlleistung im Ansatz bemerkt und sofort unkenntlich zu machen versucht.
  • Die zweite Gruppe merkt die Fehlleistung nicht und nachdem man sie darauf angesprochen hat, bestreiten ihre Angehörigen entweder überhaupt, sich z.B. Versprochen zu haben oder führt es auf reinen Zufall zurück.
  • Eine dritte Gruppe bemerkt ihre Fehlleistung ebenfalls nicht, kann sie aber, nachdem man sie darauf angesprochen hat, nachvollziehen und auch einsehen, weswegen es zu dieser Fehlleistung wahrscheinlich kam.

Die Fehlleistung entsteht laut Sigmund Freud unter anderem aus Impulsen, die sich zum Alltag durchsetzen, obwohl es gute oder auch schlechte Gründe gibt, sie nicht zuzulassen. Solch einen Faktor nennt man Abwehrmechanismus. Durch die Zurückdrängung gewisser Impulse, entsteht ein Triebstau. So wird der Faktor des Vergessens bei Freud nur auf eine dagegen gerichtete Tendenz – auf ein Nicht-haben-wollen zurückgeführt. Ein Mann vergisst zum Beispiel, wohin er seinen Ehering gelegt hat, worauf Freud Freie Assoziationen über Ehe und Ring verlangen würde, um daraufhin wahrscheinlich festzustellen, dass der Mann mit der Ehe nicht zufrieden ist und diese nicht mehr haben will. Man darf aber – nach Freud – solche Ereignisse nicht verallgemeinern; es ist Pflicht in der Psychoanalyse, Freie Assoziationen anzufordern, wo immer es möglich ist.

Kritik

Man kann in der Tatsache des Daseins von Fehlleistungen Indizien für Freuds Theorie des Aufbaus der Psyche in Unbewusstes, Vorbewusstes und Bewusstes sehen. Dennoch lassen sich nicht alle Fehlleistungen auf Vorgänge im Unbewussten der Psyche zurückführen; anstatt psychischer Gründe können rein organisch bedingte existieren, die Gedächtnis- und Sprachstörungen verursachen. Bei hartnäckigen, auch akut lebensbedrohlichen Störungen, empfahl Freud dringend die begleitende oder vorrangige Konsultation eines Physiologen, um eine organische Störung eindeutig zu bestätigen oder ausschließen zu können.

Mit der Theorie des Unbewussten der Psychoanalyse setzt sich besonders kritisch die Verhaltenstherapie auseinander, indem sie sich nicht so sehr um die Aufdeckung etwaig unbewusster Beweggründe kümmert. Hier wird vor allem auf die Wissenschaftstheorie von Karl Popper verwiesen.

Quellen

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Fehlleistung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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