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Die Kriege und das Kriegsende beschäftigten uns immer noch

Und das Fatale ist, wir merken es nicht. Weil wir es gewohnt sind und es für normal halten. Dabei hat der Krieg und die anschließenden Aufbaujahre viel mit unseren Eltern gemacht. Damit auch mit uns durch ihre Erziehung. Ein Beispiel dazu: Ein ganz normaler Weg, mit etwas Erschreckendem umzugehen ist, dass man die Teile des Körpers zumacht, in denen das Erschrecken zu spüren ist. Wir verschließen uns vor der Angst. Panzern uns ab gegen den Schrecken und versuchen so, unser Leben bestmöglich zu bewältigen. Suchen vielleicht als Ablenkung Kompensationen: Arbeit, Süchte, Hobbys usw.

So weit, so gut – für mich eine großartige menschliche Fähigkeit, mit Leid umzugehen. Achtung, jetzt kommt die Einschränkung: Wenn ich es dann irgendwann einmal schaffe, aus dieser Enge und Abpanzerung herauszukommen. In den Normalmodus umzuschalten. Wieder offen zu sein. Und jetzt kommen Sie ins Spiel – als Kinder. Kinder benötigen emotionale Ansprechbarkeit ihrer Eltern. Sie müssen – so nenne ich es – andocken dürfen und können. Offene Lebendigkeit spüren.

Wir sind alle irgendwann irgendwie erfroren

Und zwar deshalb, weil viele unserer Eltern den Panzer nicht mehr aufbekommen haben. Schlüssel vergessen und weggeworfen. Wir also nicht andocken konnten. Uns selbst zumachen mussten, um damit klar zu kommen. Und – wenn wir nicht aufpassen – diesen Mechanismus an die eigenen Kinder weitergeben. Die an unserem Panzer verzweifeln und scheitern. Der Gegenentwurf: Zuerst diese Verkettung zu bemerken. Zu sehen, dass es genauso war und ist: Anerkennung dessen, was ist. Um dann vielleicht in einer Familienaufstellung kleine Schritte zu üben: Wie fühlt es sich an, mit offenem Herzen zu sehen. Zu spüren. Den anderen in die Augen zu blicken. Oder gar in die Arme zu nehmen. Ihn und mich zu spüren.

So etwas ist lebendiger, offener Kontakt zwischen Lebewesen. Manchmal schmerzlich vermisst, manchmal kaum auszuhalten. Meine Erfahrung – es lohnt sich, genau diese Schritte zu machen. Aus der Abpanzerung auszusteigen, spüren wieder zuzulassen. Und lebendiger zu werden. Und dabei kann eine Familienaufstellung in kleinen Schritten helfen.

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