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Trauma und Familienaufstellung

Generell ist zwischen Schock- und Bindungstraumen zu unterscheiden. Schocktraumen entstehen zum Beispiel durch Unfälle und Naturkatastrophen. Bindungstraumen dagegen werden zumeist durch engere Familienangehörige in den ersten Lebensjahren verursacht.  Ob bewusst oder unbewusst. Zu den unbewussten Bindungstraumen – so meine Feststellung – gehören vor allem emotionale Distanz und Vernachlässigung von Kindern. Und das ist nicht selten. Vor allem die fehlende emotionale Zugänglichkeit spielt in Familienaufstellungen eine große Rolle, wenn nicht die größte Rolle. Vater und Mutter waren für den Säugling oder das Kleinkind emotional nicht so zugänglich, dass es eine sichere Bindung entwickeln konnte oder wollte.

Emotionale Distanz der Eltern in einer Familienaufstellung bearbeiten

Die Auswirkungen einer emotionalen elterlichen Distanz auf Kinder sind sehr oft das Gefühl, nicht wirklich auf der Welt willkommen zu sein. Herausforderungen  in Nähe / Distanz zu anderen Menschen, Hypersensibilität. Und da diese emotionale schon ganz früh im Leben gefehlt hat, können sich die heute erwachsenen Kinder die eigenen Verhaltensweisen und die eigenen Empfindungen auch nicht so richtig erklären. Kein Wunder: Denn alle Ereignisse, die vor dem zweiten bzw. dritten Lebensjahr passiert sind, können wir nicht in unserem Gedächtnis verorten. Allein deshalb, weil unser Gedächtnis in der uns heute bekannten Form noch nicht ausgereift war.

Um mit solchen Schicksalen Umzugehen, greife ich vor allem auf meine Ausbildungen in Somatic Experiencing, NARM und ISP zurück. Das sind Traumatherapie-Richtungen, die auch den Körper als Sitz dieser oben beschriebenen Empfindungen miteinbeziehen. Denn gerade in unserem Körper – wenn er Empfindungen zeigt, die für einen Erwachsenen nicht adäquat sind – sind diese Erinnerungen im limbischen System gespeichert. Und der verängstigte Körper hat oft noch gar nicht mitbekommen, dass es im Leben gut weiter gegangen ist. Dass also der Mensch selbst erwachsen geworden ist. Dass er seine Kindheit bewältigt hat und heute vielleicht eigene Kinder hat.

Also kann es hier hilfreich sein, das hilflose Kleinkind zum Beispiel zum erwachsenen Fragesteller dazu ins Bild zu holen. Und schauen, wie die beiden Anteile wieder in Kontakt kommen. Sich wahrnehmen und langsam annähern und meistens dann auch irgendwann im Arm halten.

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