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Die eigenen Schritte nach der Aufstellung

Ich finde es immer wieder spannend, wie viel Magie in eine Familienaufstellung hineininterpretiert wird. Aber auch wie viel persönliche Not immer hinter diesen Wünschen steckt. Eine Familienaufstellung soll Licht ins Dunkel bringen, eine Familienaufstellung soll für Ordnung sorgen. Gleichfalls soll eine Familienaufstellung auf jeden Fall automatisch wirken, so dass ich selbst nichts mehr tun muss und alles von alleine geht, nachdem die Aufstellung “abgeleistet” wurde. Für mich bedeutet eine Familienaufstellung nur, dass ich eine Ahnung von der Dynamik bekomme. Die im System steckt. Und die ich vielleicht so nicht sehe.

Enttäuschung vorprogrammiert!

Vor allem das “Eine Aufstellung – alles gut” kann nicht sein – niemand nimmt uns Entscheidungen ab, egal ob wir sie treffen oder uns entscheiden, sie nicht zu treffen. Niemand nimmt uns die Schritte ab, die wir im realen Leben gehen müssen in Richtung einer möglichen Lösung. Eine Familienaufstellung kann als Momentaufnahme helfen, kann Klarheit verschaffen. Aber gehen muss man selbst. Was mir immer wieder auffällt – vor allem im familiären Umfeld, wie schwer sich manche Menschen tun, Entscheidungen zu treffen, die die eigene Autonomie betreffen. Sie leiden lieber und bleiben in der Zugehörigkeit, die ihnen nicht gut tut, als selbst in die erwachsene Autonomie zu gehen.

Wer entscheidet da gerade?

Das ist die Kernfrage. Denn meistens sind das sehr junge Persönlichkeitsanteile, denen nichts anderes übrig blieb, als im Familien-Verbund zu bleiben. Aber heute? Heute sind die, die zu uns zu einer Familienaufstellung erwachsen. Und sehr wohl alleine lebensfähig. Dennoch unterwerfen sie sich Regeln der Eltern und Geschwister, die ihnen schon lange nicht mehr gut tun. Und manchmal ist hier der erste Schritt, in solchen Momenten innezuhalten, stehen zu bleiben und nachzuschauen, wer sich da denn gerade entscheidet: Der kleine, kindliche Persönlichkeitsanteil – oder der Erwachsene, der mitten im Leben steht.

Und wenn ich es schaffe innehalten, dann kann ich aus dem stillen Momentum heraus den nächsten Schritt gehen, wie auch immer der aussieht…. Denn letztendlich sind Geschwister “nur” Geschwister und Eltern sind “nur” Eltern. Irgendwann sind sie nicht mehr für das eigene Wohl und Wehe notwendig und verantwortlich….

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