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Warum meine Kindheit irgendwann mal vorbei ist

Wir Menschen halten uns für etwas Besseres. Besser als andere Lebewesen, vor allem die tierischen Lebewesen, die alle eine sogenannte Prägungsphase durchlaufen. Und dennoch werden auch wir geprägt, durch biochemische Prozesse und durch das, was wir Erziehung nennen. Meistens durch die primären Bezugspersonen, auch Eltern genannt. Wir passen uns im Laufe unserer Kindheit unserer Umwelt an, damit sichern wir unser Überleben und die Zugehörigkeit zu unserer Familie. Und irgendwann sind wir erwachsen und könnten eigentlich anders. Könnten.

Wir werden für unser Leben geprägt, wann prägen wir uns selber?

Die spannende Frage ist, ob wir bemerken, dass die Kindheit vorbei ist. Oder mit unseren einmal gelernten Verhaltensweisen einfach weiterleben. Also mit vier Jahren gelernt und mit 40 immer noch angewendet. Viel besser für uns wäre es doch, wenn wir an bestimmten Lebensabschnitten auch bestimmte Verhaltensweisen ablegen. Und so tun, wie wenn wir erwachsen wären. Kindliches Verhalten durch erwachsenes Verhalten ersetzen. Damit die Kindheit beenden, anstatt in ihr verhaftet zu bleiben.

Aus diesem Grund stelle ich in Systemaufstellungen manchmal eine zweite Person dazu, je nachdem, in welchem Alter sich der Aufstellende befindet. Praktisches Beispiel: Wenn ich das Gefühl habe, dass der Aufstellende im Bild eher jung ist, bekommt er sein erwachsenes Abbild dazu gestellt – der innere Erwachsene sozusagen, den ich ins Bild hole. Damit eine Annäherung geschehen kann und der Erwachsene die Verantwortung übernimmt. Sein vielleicht verletztes inneres Kind an die Hand nimmt, es tröstet und die Dinge dann beginnt zu regeln. Meistens eine sehr berührende Situation, wenn ein ängstlicher, kindlicher Anteil in uns entdeckt, dass es ja gut weiter gegangen ist. Dass da jemand sprichwörtlich überlebt und erwachsen geworden ist. Und die Dinge in der Realität gut regeln kann – ohne dass ein biografischer Anteil ängstlich immer wieder die Führung übernimmt.

Deshalb eine gute Übung für die Praxis: Immer dann, wenn ich merke, dass mich etwas über Gebühr bewegt, einfach stehen bleiben. Und spüren, ob das eine altbekannte, alte Angst oder eine reale, situationsgeschuldete Angst ist.

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