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Jeder von uns hat viele Persönlichkeiten

Jeder von uns hat viele Persönlichkeiten

Oftmals gehen wir davon aus, dass wir nur eine Persönlichkeit bzw. einen Charakter haben. Im Laufe meiner Arbeit komme ich immer mehr zur Überzeugung, dass in uns mehr Persönlichkeiten stecken, die uns unbewusst beeinflussen. Warum das so ist? Ganz einfach: In jeder unserer Lebensphasen entwickeln wir Mechanismen, um die Anforderungen dieser Phase meistern zu können. Wir erlernen das verschiedenste Handwerkszeug – ich nenne es Überlebensmechanismen. Und jedes dieser Werkzeuge ergibt einen Teil unserer Persönlichkeit. Diese verkörperten Erinnerungen werden wir nicht los, weil sie zu unserer Biographie gehört. Und niemand kann seine eigene Biographie verschwinden lassen. Wir können in einem Reifungsprozess nur lernen, besser mit den Dingen umzugehen. Das zu akzeptieren, was war und im Erwachsenenalter anders zu handeln.

Wir sind viele Persönlichkeiten – welche bin ich den aktuell?

Hinderlich können diese vielen Persönlichkeiten nur dann werden, wenn ich mir ihrer nicht bewusst bin. Und sie unbewusst in bestimmten Situationen so viel Macht über mich gewinnen, dass manchmal ein vierjähriger Persönlichkeitsanteil einen 45jähriger Mann steuert. In den meisten Aufstellungen lasse ich jetzt Vertreter für diese verschiedenen Persönlichkeitsanteile aufstellen. In Beziehungen zum Beispiel kann sich die Entfernung zu einem bestimmten Persönlichkeitsanteil auf zwei typische Weisen auswirken: entweder der Partner übernimmt die Rolle des abgespalteten Persönlichkeitsanteils, also zum Beispiel eine die schwache, bedürftige Rolle. Oder man sucht einen Partner, der  die andere Rolle einnimmt. Beides verstärkt die Abhängigkeit und lässt kein erwachsenes Handeln zu.

Wenn man aber im Aufstellungsprozess mit den verschiedenen Persönlichkeiten in sich Verbindung bekommt, wird man automatisch ein Stück klarer, erwachsener und kraftvoller. Kommt in der Gegenwart an, kann bestimmte Verhaltensweisen an sich besser einordnen. Und wenn ich etwas verstehe, dann kann ich mich auch um Veränderung bemühen. Sofern das, was ich verstanden habe, mir nicht mehr gefällt. Wobei Verstehen nicht gleich Umsetzen bedeutet – das ist meistens ein langer, lebenslanger Weg. Der aber Spaß machen kann und zur menschlichen Reifung gehört.

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