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Aufstellungen per Videostream und warum ich keine anbiete

Aufstellungen per Videostream und warum ich keine anbiete

Aufstellungen per Videostream lautet die Überschrift und warum ich nichts davon halte ist gerade jetzt ein Thema. Warum? Weil ich – bedingt durch die Pandemie – vermehrt Anfragen dazu erhalte. Und ja, ich weiß, verschiedene Kolleg:innen bieten das an. Ihre Entscheidung. Für mich leben Aufstellungen vom Spürsinn, den man während der Arbeit entwickelt. Den Spürsinn für einen selbst und für die Positionen, in denen man vor allem in der Einzelarbeit hineingestellt wird. Und manchmal braucht es beim Spüren Unterstützung durch mich. Weil wir unseren Spürsinn verloren haben und nicht mehr so gut die Halspassage vom Kopf zum Körper überwinden können. Das ist dann unter anderem meine Aufgabe, hier weiter zu helfen.

Im Videostream erkenne ich nur bedingt, ob mein Gegenüber spürt

Das auch vor dem Hintergrund, dass wir eine verkopfte Gesellschaft sind, die den Zugang zu ihrem Sensorium, dem Körper, verloren hat. Und den brauchen wir vor allem auch bei den Aufstellungen. Wenn ich das Ganze physiologisch betrachte, dann entstehen 80 Prozent aller relevanten Informationen und unserem Körper und werden ans Gehirn geleitet. Unser Gehirn beschäftigt sich vor allem mit der Vergangenheit, den dort abgespeicherten Erfahrungen, die in jeder Sekunde in die Zukunft projiziert werden, um unser Leben abzusichern. So meinen wir wenigstens.

Was uns aber in unserem Erleben fehlt ist die Gegenwart. Für die Gegenwart aber benötigen wir unseren Körper und den Spürsinn des genau jetzigen Moments. Und genau das ist das Schöne an Aufstellungen: Ich hole mir meine Gegenwart zurück. Und in dem Moment interessiert es mich auch nicht, wie schlimm die Vergangenheit war und was mich in der Zukunft erwartet. Das eine kann ich nicht mehr verändern. Und das andere kann ich nicht vorhersagen, weil meine Glaskugel im Laufe meines Lebens verloren gegangen ist.

Aus diesen Gründen gibt es bei  mir keine Aufstellungen per Videostream, sondern ich mute meinen Kunden zu, sich zu mir zu bewegen (Körper), sich in der Einzelaufstellung auf ihre Füße zu stellen (Körper) und genau in diesem Augenblick zu spüren, was los ist – willkommen in der Gegenwart.

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