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Abschied von der Kindheit

Immer wieder erlebe ich Familienaufstellungen, in denen der ‘Automatismus’ vieler erwachsener Kinder zum Vorschein kommt. Die sich lieber ein Leben lang für das Wohl der Eltern verantwortlich fühlen, anstatt sich dem eigenen verletzten inneren Teil zuzuwenden. Dem inneren biografischen Anteil, der damals unter genau diesen Eltern sehr gelitten hat. Und ja, ich habe großes Verständnis dafür. Denn das Spiel mit der Sorge um die Eltern ist eingeübt, wohl vertraut und – schmerzt nicht so sehr, als sich irgendwann eingestehen zu müssen, dass es einen Zeitpunkt im eigenen Leben gab, an dem man sich bewusst/unbewusst von sich selbst entfernt hat. Und genau diese Trennung gilt es, in langsamen Schritten aufzulösen. So dass Sie als Erwachsener jederzeit in der Lage sind, Ihre verletzten inneren Anteile zu heilen.

Irgendwann habe ich mich von mir entfernt.

Ja, weil genau diese Erkenntnis bzw. das Eingeständnis noch viel mehr schmerzt. Und es da ‘sicherer’ ist, beim alten Überlebens-Spiel zu bleiben. Nur – irgendetwas wird einen immer an diesen Punkt erinnern. Deshalb versuche ich in den Aufstellungen ganz behutsam, eine Annäherung an diesen inneren Teil anzuregen. Wirklich nur anzuregen. Und manchmal auch nur die Möglichkeit zu erwähnen, dass es da etwas in uns selbst gibt, um das wir uns heute aus der erwachsenen Position heraus kümmern könnten.

Denn auch dieser verletzte Teil verträgt/erträgt keine schnelle Annäherung. Das wäre ihm zu viel, zu schnell und zu plötzlich. Meistens freut es diesen verletzten Teil sehr, wenn er erkannt und wahrgenommen wird. Und wenn er selbst erkennt, dass da ein Erwachsener ist und das Leben irgendwie weitergegangen ist. Und uns ist der Erwachsene sehr wichtig, denn er ist derjenige, der handeln kann und er ist derjenige, der Stabilität geben kann.

Wenn er sich traut, sich seinem verletzten Teil zu stellen und ihn wahrzunehmen. Anstatt gegen Dinge da draußen zu kämpfen oder Dinge da draußen zu tun. Eine gute Geschichte dazu gibt es im Buch von Paul Watzlawick “Anleitung zum Unglücklichsein”. Es ist die Geschichte mit dem verlorenen Schlüssel.

1 Kommentar

  1. K.S.
    11. August 2017 at 17:43

    – Ja, das ist ein sehr langer Weg sich davon zu lösen.
    Lieben Gruß Kai

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