erstellt am 15. November 2011
“Ich lebe seit drei Jahren alleine” oder “Ich kann keinen geeigneten Partner für mich finden” sind auch fast Klassiker bei den Systemaufstellungen. Und meistens gibt es eine Vorgeschichte mit nicht so optimal gelaufenen Partnerschaften, mit einer vielleicht schlecht vorgelebten Partnerschaft durch die Eltern und – was sehr oft dahinter steckt ist eine mangelnde Vertrauens-Fähigkeit derjenigen, die jetzt seit längerem alleine leben.
Jede Beziehung braucht Vertrauen.
Und – sollte mangelndes Vertrauen der Haupt-Hinderungsgrund bei einer neuen Partnerschaft sein, dann lohnt sich in einer Familienaufstellung der Blick auf das Ursprungssystem. Warum? Die Basis für Vertrauen und Selbstvertrauen wird schon sehr früh gelegt im Leben. Meistens innerhalb der ersten Lebensjahre und meistens in der Interaktion mit der eigenen Mutter. Und hier kann eine Familienaufstellung für zusätzliche Aufklärung sorgen, warum diese Interaktion zwischen Mutter – Kind nicht für die notwendigen Vertrauensgrundsteine im Leben gereicht haben.
Und aus der Erkenntnis heraus kann es dann Schritte weiter gehen – in das Vertrauen in sich und ins Leben. Und damit auch in andere Menschen….
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erstellt am 8. November 2011
Nicht selten ist bei Familienaufstellungen nicht nur das Elternthema, sondern auch der Umgang der Geschwister untereinander das beherrschende Thema. Meist auch deshalb, da die Geschwister noch der überlebende Teil der Familie sind. Da gibt es verfeindete Lager, da dominieren Einzelne den Rest und oft ist es so, dass die Situation festgefahren und irgendwie schockartig erstarrt ist. Wenn dann im Vorgespräch oder während der Familienaufstellung die Frage gestellt wird, warum eigentlich nicht gehandelt wird, dann heisst es meistens “Das ist doch meine Schwester oder mein Bruder”. Der Status Quo bleibt bestehen.
Geschwister sind auch nur Menschen!
Genau. Zwar haben wir Mutter und manchmal auch den Vater mit ihnen gemein. Aber, das war es auch schon. Im Prinzip kein Grund, warum hier andere Schmerzgrenzen, andere Leidensgrenzen und Gesetze gelten sollten, wie bei nicht verwandten Menschen. Eine Hypothese von mir ist, dass in solchen hilflosen Momenten eher das Kind in uns agiert, als der Erwachsene. Und zwar das Kind aus dem Glauben heraus, dass es alleine nicht bestehen kann, wenn es sich innerhalb der Familie zur Wehr setzt.
Und – wenn Sie eine solche Reaktion bei sich bemerken im Umgang mit Ihren Geschwistern. Dann halten Sie eine Minute still. Und horchen in sich hinein. Wer ist denn nun für die Reaktion zuständig? Sind Sie es im erwachsenen Zustand oder agiert da jemand aus einem sehr viel früheren Zustand heraus? Und dann achten Sie auf den Unterschied, den diese Erkenntnis bei Ihnen auslöst.
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erstellt am 2. November 2011
Vielleicht eines ganz vorneweg, wenn wir uns der Thematik Gesundheit und Systemaufstellungen nähern: Ich schätze es, wenn meine Kunden, die zu mir in einen Aufstellungssamstag oder in eine Einzelsitzung kommen, vorab ihre gesundheitliche Thematik medizinisch sauber abgeklärt haben. Denn manchmal ist Schulmedizin durch nichts zu ersetzen außer durch Schulmedizin.
Eingrenzen, um was es geht
Wenn das passiert ist, dann können wir gemeinsam die gesundheitlichen Symptome eingrenzen, auch vom Datum her. Und viele Krankheiten haben mit Stress und körperlicher Anspannung zu tun. Körperzellen ändern sich eh. Und sie ändern sich auf andere Art und Weise, wenn sie nicht mehr ihrem natürlichen Rhythmus von Anspannung und Entspannung folgen können. Und mit dieser Iteration nähern wir uns dann langsam dem, was mit Auslöser der heutigen Symptome sein kann.
Um es dann vielleicht mit dem Familiensystem oder dem erweiterten System, in dem wir leben, in Zusammenhang zu bringen. Um dann zu schauen, was denn vielleicht dazu kommen müsste, damit sich da etwas beruhigen, entspannen kann. Damit der normale Fluss des Lebens wieder in Gang kommt. Und oft ist hier die Externalisierung der eigenen Bilder und Vorstellungen mit einer Systemaufstellung hilfreich. Damit Stellvertreter einem sagen, wie es ihnen gerade geht, was sie brauchen und wohin es sie warum zieht….
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erstellt am 25. Oktober 2011
Oftmals erlebe ich es in und nach einer Familienaufstellung, dass entweder der Fragesteller und/oder die Stellvertreter wissen wollen, ob die Aufstellung nun in die “richtige” Richutng ging, gut oder schlecht, nützlich oder nicht nützlich war. Ich gebe an dieser Stelle die Fragen gerne wieder zurück. Denn nur diejenigen, die mit einer Frage kamen und aufgestellt haben, können beurteilen, ob das, was in ihrer Aufstellung passiert ist, für sie nützlich und hilfreich war. Jede Interpretation von außen geht hier am Ziel vorbei. Der Kunde, der mit einer Frage kommt, bestimmt immer über seine Aufstellung. Und er sollte sich auch von niemandem in seine eigene Wahrnehmung reinreden lassen.
Auch das nachher ist mittendrin
Und vielleicht ist ja auch schon das Bleiben bei seiner eigenen Wahrnehmung ein wichtiger Schritt zum sich selbst mehr vertrauen. Und sich aus der Kindheit zu lösen, wo es meistens die anderen waren, die immer alles besser gewusst haben. Und vielleicht noch heute versuchen zu suggerieren, dass sie es immer noch besser wissen. Aus diesem Grund ist es mir wichtig, dass nur der Kunde hier entscheidet und nur seine Wahrnehmung zählt. Das gibt ihm Handlungsfähigkeit und macht ihn irgendwie erwachsenere…..
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erstellt am 18. Oktober 2011
Familienaufstellung und Systemaufstellungen bilden äußere und innere Beziehungsprozesse ab. Und machen Dinge sichtbar, die vielleicht sonst nicht in diesen Zusammenhängen gesehen werden. Gemäß dem Axiom von Paul Watzlawick “Man kann nicht nicht kommunizieren” werden Beziehungs- und Kommunikationsmuster sicht- und erlebbar. Wie im Fernsehsessel kann man sich das anschauen, quasi aus der Vogelperspektive. Wohltuend – weil es einen zwar angeht, man aber nicht mittendrinsteckt.
Alles ist miteinander verbunden
Auch dieser Satz hat Gültigkeit: Ich reagiere auf X und Y reagiert auf mich. Und wenn ich anders reagiere, besteht die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit, dass auch X und Y anders reagieren werden. Familien- und Systemaufstellungen sind auch sehr gut, um neues Handeln einzuüben oder mittels Probehandeln zu schauen, was sich ändert, wenn ich mich ändert. Familienaufstellungen zeigen aber keine Absolutheiten, weil es im Leben keine Absolutheiten gibt, es sei denn das Leben und der Tod an sich als absolut feste Bezugsgrößen.
Insofern sind Familienaufstellung und auch Systemaufstellungen Ausflüge aus dem Alltag mit einem direkten Bezug zum Alltag. Sie laden zum Perspektivenwechsel ein und sind an sich schon Perspektivenwechsel – schon dann, wenn ich mich zu einer Familienaufstellung oder Systemaufstellung anmelde….
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erstellt am 12. Oktober 2011
Vielleicht kennen Sie das? Da gibt es so Tage und/oder Perioden in Ihrem Leben, in denen Sie sich zu nichts aufraffen können. Wo alles zu schwer ist, alles zu anstrengend. Nur liegen bleiben. Nur das Notwendige tun und dann sofort aufhören. Wo die Motivation nicht nur in den Seilen hängt, sondern sich vielleicht schon komplett in den Winterschlaf verabschiedet hat. Und dennoch sitzt so ein kleines Männchen auf der rechten oder linken Schulter, das sie dafür verurteilt, dass Sie Ihren Allerwertesten nicht hoch bekommen.
Zur Motivation gehört immer auch ein Gegenspieler
Genau. Weil kein Mensch immer nur leisten kann. Er muss auch Pause machen. Anspannung und Entspannung. Das ist der Rhythmus, der “normal” ist. Und manchmal zwingt einen ein Motivationsloch zur Entspannung. Während man die Anspannungs-Antreiber im Ohr hat.
Eine Systemaufstellung ist ein bildgebendes Verfahren. Ich gebe also meinen inneren Bildern einen äußeren Platz. Stelle ins Bild und gebe dem eine externe Stimme. So könnte ich zum Beispiel mein Motivationsloch, meine Motivation und meinen Antreiber (oder mehrere davon) ins Bild stellen. Und sie mit Hilfe von Stellvertretern sagen lassen, wie es ihnen geht, was sie brauchen und woher sie ihre Energie beziehen. Es muss nicht immer superkonkret bei einer Systemaufstellung zugehen, ich arbeite auch gerne etwas abstrakter und stelle auch Motivationslöcher in den Raum
Die Ergebnisse sind meistens verblüffend.
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erstellt am 6. Oktober 2011
Auch in einer Familienaufstellung zeigt sich meistens, mit wieviel Anspannung es in Familien so zugeht und wie wenig Entspannung gleichzeitig vorhanden ist. Anspannung und Entspannung sind aber Grundprinzipien unseres Lebens. Eine Überbetonung in die eine oder die andere Richtung tut weder unserem Körper noch unserer Seele gut. Aus diesem Grund biete ich mit meiner Kollegin Sabine Lerch am 5. November 2011 ein Seminar zum Thema Stressmanagement an.
Es findet im Powerhaus in Krailling statt und gibt während des gesamten Tages Tipps für den täglichen Umgang mit Anspannung, Wege zur Entspannung und über die 5 Stress-Typen auch genügend Futter zur Selbsterkenntnis und/oder zu einer Familienaufstellung. Denn jede der Stress-Typen hat ihren Ursprung in der eigenen Familie. ….
Weitere Infos zum Stressmanagement auf meiner Webseite www.volkerhepp.com.
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erstellt am 28. September 2011
Ich beobachte das Phänomen nicht nur in Familienaufstellungen, sondern auch bei Coaching-Kunden, die parallel noch in einer Therapie sind. Sie glauben dem, der ihnen gegenüber sitzt zeimlich viel. Manchmal auch hanebüchenen Quatsch und Bullshit. Ich höre oft von Rückgriffen in Aufstellungen, die bis ins 16. Jahrhundert reichen und letztens erzählte mir eine Kundin, dass ihr Zustand vom Therapeuten damit beschrieben wurde, dass sie “eben asexuell” ist.
Sie sind der Handelnde und der Meister Ihrer selbst.
Was mich nicht wundert, sind die vielen Ansätze. Was mich wundert ist die wenige Gegenwehr, die gegen solche Aussagen kommt. In meinen Aufstellungen begreife ich Widerstand als meinen Fehler – ich war zu schnell, hab vielleicht einen zu großen Schritt gemacht. Weil mein Menschenbild davon ausgeht, dass derjenige, der kommt, ein exzellenter Kenner seiner selbst ist und manchmal nur jemanden braucht, der sich neben ihn setzt und mit dem er ein paar Dinge sortieren kann.
Deshalb meine mehr als ernst gemeinte Empfehlung: Glauben Sie nicht alles. Hören Sie auf Ihren Bauch. Seien Sie nett zu Ihrem Mißtrauen. Zweifeln Sie ausgiebig. Und zwar so lange, bis Ihr inneres System Ihnen die Rückmeldung gibt, dass die Aussage nun stimmig ist. Nicht früher und nicht später.
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erstellt am 21. September 2011
Manche Kinder tun sich sehr schwer mit dem selbständig werden – schon als Kinder und vor allem als Erwachsene. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite leiden sie extrem darunter, nicht auf die eigenen Beine zu kommen. Und werden vielleicht darüber krank. Oder gehen in die Welt, versuchen etwas Neues mit Elan und führen es nicht zu Ende oder scheitern immer wieder – fast automatisch.
Symbiose ist ein Erziehungsfehler
Die erwachsenen Auswüchse davon vielmehr. Denn zu allererst ist Symbiose überlebensnotwendig. Für ein kleines Kind. Es braucht Mutter und Vater zum Überleben. Und als sicherer Anker für die eigenen Erkundungen der Welt. Ein sicherer Platz, an den es immer wieder zurück kehren kann. Nämlich dann, wenn es beginnt (das Gegenteil von Symbiose), die Welt zu erforschen und in seine Autonomie zu gehen.
Aber – viele Eltern möchten das nicht in dem Maße, in dem das Kind das will. Und nun beginnt das ganz oben beschriebene Problem. Jedes Autonomiebestreben des Kindes wird bestraft, jede Symbiosehandlung wird belohnt. Klar, was das Kind im Außen macht. Und im Innern in Rebellion und Abwehr geht. Und schon ist das Dilemma komplett. Und damit auch die Zerrissenheit, die viele gut kennen.
Und bei einer Familienaufstellung sich diese Dynamik live und in Farbe anzuschauen, hat schon einigen Menschen geholfen, einen Schritt in die eigenen Fußstapfen zu gehen….
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erstellt am 13. September 2011
Manche Menschen leiden unter verschiedenen Ängsten, viele davon haben etwas mit Verlust zu tun: Verlust der Gesundheit, von Geld, von Menschen usw. Und viele davon können sich nicht erklären, woher diese Ängste kommen, weil sie in ihrem eigenen Leben keine Auslöser dafür ausmachen können. Es gab keine auslösende Situation, auf die man die Ängste beziehen könnte, die haben sich “einfach so” ins Leben geschmuggelt.
Ängste können über Generationen weitergegeben werden
Und gerade diese unerklärlichen Ängste können von den vorhergehenden Generationen übernommen worden sein. Und manchmal so früh im eigenen Leben, dass man sprichwörtlich weder Sprache noch Gedanken/Erinnerung dafür hat. Das deutet dann auf eine Übernahme innerhalb der Schwangerschaft bzw. den ersten 18 Lebensmonaten hin, eine Zeit, in der es noch keine Sprache und keine kognitive Verknüpfungsfähigkeit gab.
Und gerade bei diesen Phänomenen liebe ich es, das Beziehungssystem ins Bild zu stellen. Ein bildliches Begreifen der Situation, ein Aufnehmen mit allen Poren und allen Sinneskanälen. Ein Aufnehmen z.B. einer ängstlichen Mutter, einer alleingelassenen Mutter, die auch von ihrer Mutter keinen Halt bekommen hat und auch jetzt keinen Halt geben kann. Und unsichere Bindung fördert Ängste.
Und mit diesem Bild kann man dann weitergehen – zu den eigenen Ängsten und zu einer Lösung von ihnen….
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